11.4.08

Darf man ein Interview mit Christoph Blocher machen?

Liebe NZZ

Darf man ein Interview mit Christoph Blocher machen? Und falls ja, wie erklärt man es der Leserschaft?

Diese Frage scheint Dich in Deiner Ausgabe vom 11. April zu beschäftigen. Oder wie ist sonst jener Hinweis auf der Front vom 11. April zu erklären?

Die SVP sorgt mit ihrem Austritts- und Rücktritts-Ultimatum an die Adresse von
Bundesrätin Widmer-Schlumpf für Aufgeregtheit. Somit dreht sich bei der SVP
weiter alles um den abgewählten Bundesrat Christoph Blocher. Grund genug für ein
Interview mit dem heutigen Parteivizepräsidenten und Chefstrategen der SVP.


Das reicht noch nicht. Auf Seite 17 geht es weiter:

... Des Pudels Kern liegt bekanntlich weniger in der Person und der Wahl der
Bündnerin als vielmaher in der Abwahl ihres Vorgängers. Grund genug für einige
Fragen an Christoph Blocher.


Gut, dass wir jetzt wissen, warum Du, liebe NZZ, Christoph Blocher eine halbe Seite widme(r)st.

Immer offen für eine transparente Rechtfertigung,

Dein Reporter

16.1.08

Fiel schwirig schräibän

Liebe St. Galler Polizisten
Es ist schon hart, wenn man nach einer langen Nacht noch Polizeimeldungen verfassen muss. Trotzdem ist es schade, wenn dann solches rauskommt:
Polizeilicher Gewahrsam

Aufgrund geistiger Verwirrtheit musste ein Mann, welcher sich als Verkün-der des Glaubens ausgab, die Nacht auf der Stadtpolizei verbringen. Am späten Dienstagabend viel der Mann auf, da er sich vor der Unterkunft für Obdachlose seltsam benahm. Der ausgerückten Polizeipatrouille war der Mann nicht unbekannt. Er konnte sich selber nicht überlassen werden, weshalb der polizeiliche Gewahrsam angeordnet wurde.
Verkünder des Glaubens? Viel auf? Konnte sich selber nicht überlassen werden?
Und wer überlässt wem das Schreiben der Meldungen?, fragt sich
Der Reporter

15.1.08

Kolumnen für Praktikanten

Liebes Heute
Jetzt weiss ich nich trecht, ob ich gratulieren oder verzweifeln soll: Als erste Tageszeitung darf bei Dir der Praktikant ab dem ersten Tag Kolumnen schreiben, und das liest sich dann so:


HERR HÜRZELER FÄHRT...
Du Sie, heute fuhr ich auf der Autobahn.Wissen Sie, ich wollte endlich mal meine neue Autobahnvignette ausprobieren. Und ich muss Ihnen also sagen, ich bin sehr zufrieden mit ihr. Schon ein tolles Fahrgefühl! Einfach super! Also, ich könnte mir das Autofahren ohne Autobahnvignette gar nicht mehr vorstellen.Wenn man sich mal dran gewöhnt hat… Das einzige Problem bei diesen Vignetten ist, dass man die so schlecht wieder entfernen kann. Das ist so ein klebriges, kratziges Gugusgfätterlizügs. Deshalb lasse ich schon seit einigen Jahren alle alten Vignetten einfach dran. Meine Windschutzscheibe ist schon ganz bunt. Sieht toll aus! Zugegeben, manchmal behindern mir die vielen Kleberli ein bisschen die Sicht. Vor allem wenn ich betrunken fahre. Dann sehe ich doppelt so viele Vignetten. Deshalb empfehle ich: Entweder fahren Sie ohne Alkohol im Blut oder ohne Kleberli an der Windschutzscheibe.


Wie? Das war gar nicht der neue Praktikant?
Dann halt doch ohne Lob, Dein Reporter

7.12.07

Journalisten am Werk

Liebe polizeinews.ch

Deine Mission...

polizeinews.ch publiziert sämtliche kantonalen und städtischen Polizeimeldungen auf einer Online-Plattform. Die Redaktion ist an 365 Tagen im Jahr im Einsatz, nimmt Mitteilungen entgegen, bearbeitet sie nach journalistischen Kriterien und holt zusätzliche Informationen ein.


... und was dabei rauskommt...
Frau geriet unter Postauto

Visp/VS. Es ereignete sich beim Postterminal ein Verkehrsunfall. Eine Fussgängerin wurde dabei verletzt.
Ein 40-jähriger Buschauffeur verkehrte am Freitag, 7. Dezember gegen 8.30, mit einem Postauto vom Landbrückenkreisel über den Brückenweg, um auf den Postterminal zu gelangen.
Aus noch nicht geklärten Gründen geriet eine Fussgängerin welche den Platz vom Coop-Gebäude zur Post überquerte in diesem Moment hinten unter die rechten
Zwillingsräder des Postcars. Die 79-jährige Oberwalliserin wurden an beiden
Beinen verletzt und vorerst ins Spital von Visp transportiert und anschliessend ins Inselspital verlegt.

... sind zwei Paar Schuhe.

Habe ich Recht?

Mit liebem Gruss,

Der Reporter

8.1.07

Pädo-Schlagzeilen im Gratisblätterwald

Liebe Gratiszeitungen

Heute morgen habe ich im Morgenexemplar in diesem Artikel gelernt, dass Pädophilie schlecht ist. Wer gegen diese Weisheit verstösst, landet in U-Haft:
Auf seinen Fototouren durchs Nachtleben suchte ein Ostschweizer Partyfotograf
nach ganz jungen Mädchen für Erotikbilder. Dank 20 Minuten sitzt er jetzt in
U-Haft.

Oder aber, er landet im Nachmittagsexemplar in dieser Ausgabe als Single des Tages und propagiert Jugendpornografie mit diesen Worten:
Übrigens, im Zeitalter von Youtube können auch Minderjährige zu
Pornostars avancieren.

Hat da der Leon von einer ferienbedingten Abwesenheit des Chefredaktors bei heute profitiert? Oder haben die Redaktorinnen und Redaktoren in ihrem jugendlichen Übermut einfach eine Provokation zu viel gewagt?

Wäre es nicht schön, morgen darüber im Morgenexemplar zu lesen?

Findet auf jeden Fall,

Der Reporter

19.9.06

Zora bloggt nicht

Liebes Heute, bzw. liebe Zora

Zora blogt nicht.
Das behauptet die Abendzeitung auch gar nicht:

Zora schreibt täglich auf der letzten Seite in der Zeitung «heute». Auf diesem
Weblog kannst du ihre Kolumnen kommentieren und nachlesen.


Zora Off ist also eine Kolumne. Warum dann aber suggerierst Du, liebes Heute, permanent, dass es sich um ein Weblog handelt?
Die Medienhäuser, darunter auch die Heute-Herausgeber Ringier, wissen immer noch nicht recht, wie sie mit Weblogs umgehen sollen. Als Quelle benutzen? Ignorieren? Integrieren?
Du, Heute, gibst vor zu integrieren. Zora ist einer der Heute-Blogs. Nur ist das eben kein Weblog, sondern eine Kolumne, die vorgibt ein Blog zu sein. Indiz Nr. 1:
Eben hat mir ein Typ die Türe vor der Nase zugeknallt. Paff! Da steh ich
nun: In meiner rechten Hand schleppe ich drei volle Einkaufstüten, mit
meiner
Linken balanciere ich fünf Bücher und von meinen Lippen baumelt der
Autoschlüssel. Auch für den Banker, der mich im Vorbeihasten anrempelt,
bin
ich Luft.

DerText wird irgendwo (wohl direkt im Heute-Redaktionssystem) geschriben und dann per copy-paste veröffentlicht. Das führt dann zu unschönen Resultaten, die in der Anfangszeit des Zora-Blogs nicht einmal korrigiert wurden.

Indiz Nr. 2: Die Beiträge haben auch immer exakt die Länge, die für das Layout auf der letzten Seite benötigt wird. Niemand der ernsthaft blogt, würde sich darauf einlassen. Schliesslich ist der Vorteil des Internets gegenüber der Zeitung, dass es keine Einschränkungen in der Länge oder Kürze des Beitrags gibt.

Indiz Nr. 3: Zora betreibt klassische Marktforschung:

Sagt mal, ihr Neunmalklugen Dominiks, Stefans, Glöckners, Lara Offs & Co.:
Erleuchtet mich! Sagt mir bitte mal, womit ich euch begeistern kann und als
Leser gewinne. Was berührt euch denn wirklich? Liebe, Sex und Massaker wohl
nicht. Herr Blocher als Vogelscheuche vielleicht? Zora will es endlich wissen.

Damit kann die Redaktion endlich in den erwünschten Dialog mit den "Blog"-Lesern treten. Auf jeden Fall hatte bisher noch kein Beitrag so viele Antworten wie dieser.

Warum, liebes Heute, dürfen wir nicht einfach eine gute Kolumne lesen? Warum müssen wir uns eine Kolumne im Blog-Styl antun, die dann doch kein Blog ist?

Wäre gespannt auf eine Antwort,

Dein Reporter

Zora ist weiss und männlich


Liebes Heute, bzw. liebe Zora

Nachdem ich mich ein wenig in den "Blog" Zora Off eingelesen habe, stelle ich folgende These auf: Zora ist ein weisser Mann. Ich werde die nächsten paar Postings darauf verwenden, diese These zu untermauern.

Die Idee ist mir bei Deiner Geschichte um Deinen Ex gekommen:

Lily, mein Velo, würde mir nie untreu werden. Meine Freundin – nein, Moment! –
meine Ex-Freundin Claudine, dieses Miststück, schon! Ich habe sie nämlich in
flagranti dabei ertappt. Meinen Liebsten. Und Claudine. Als ich am Montag
spätabends bei ihm (er hatte noch am Nachmittag über die vielen Überstunden
gestöhnt!) im Büro vorbeischaute. Claudine machte sich grad an ihm zu schaffen.
Auf ihren Knien.

Natürlich muss Zora etwas erleben, damit die Texte, die als authentischer Blog verkauft werden wollen, auch gelesen werden. Diese Geschichte ist aber leider so abgedroschen, so "Sex and the City", dass sie kaum authentisch wirkt. Aber als Stammtisch-Männerfantasie (ich stelle mir gerade den Heute-Chefredaktor vor, wie er sie sich ausdenkt, mit all den jungen Journallistinnen rundum), ist sie natürlich grossartig.

Sonst gibt es noch viel nachzuforschen. Bekannt ist allenfalls noch, dass Du unter dreissig sein willst und dass Du Dich nicht zu Deine Hautfarbe äussern willst: Nachdem Du Dich gerechtfertigt hast, dass Du ein veraltetes Wort für "dunkle Haut" kennst, erfahren wir zumindest dies:
Sorry. My soul ist black. Deep black.

Was natürlich für sich auch schon wieder eine Verschleierung ist. Schwarze Seele? Nun gut.

Thesen sind nett und gut, was dran ist, muss sich erst noch weisen. Und da freut sich doch schon einmal auf eine nette Recherche,

Dein Reporter

16.8.06

Was ist ein Stern?

Liebes Heute

In der jüngsten Ausgabe hast Du entweder die Rubriken vertauscht oder falsch abgeschrieben. Gleich neben dem "Irrtum des Abends..." schreibst Du die "Zahl des Abends":

4,3 Lichtjahre liegt der nächste Stern (Alpha Centauri) von der Erde entfernt.

Und so wird eben Deine Zahl des Abends zum Irrtum des Abends. Hier zwei Verbesserungsvorschläge:

  1. 4,3 Lichtjahre liegt der zweitnächste Stern (Alpha Centaurri) von der Erde entfernt.
  2. 150 Millionen Kilometer liegt der nächste Stern (Sonne) von der Erde entfernt.

Ist es nicht schade, dass Dir dieser Fehler ausgerechnet in der Rubrik "Wissen" unterläuft?

Dieser Meinung ist jedenfalls

Dein Reporter